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Heribert Fassbender: Alter, Sportschau und sein Leben danach

Von Sabine Meyer
Recherchestand: 22. September 2026

Heribert Fassbender, meist Heribert Faßbender geschrieben, ist ein deutscher Sportjournalist, früherer Sportschau-Moderator und ehemaliger WDR-Sportchef. Seine Stimme begleitete große Fußballspiele und Olympische Spiele. Besonders bekannt wurde sein Gruß „Guten Abend allerseits“.

Am 30. Mai 2026 wurde er 85 Jahre alt. Seine Laufbahn umfasst mehr als die Auftritte vor der Kamera: Er leitete eine Sportredaktion, förderte jüngere Journalisten und engagierte sich nach seiner Pensionierung weiter im Sport. Dabei sind sein Abschied als Live-Kommentator 2004 und sein Ruhestand beim WDR 2006 zwei unterschiedliche Stationen.

Woher stammt Heribert Fassbender?

Heribert Faßbender wurde am 30. Mai 1941 in Ratingen geboren. Er wuchs dort auf und studierte später Rechtswissenschaften in Köln und München. Das erste juristische Staatsexamen legte er beim Oberlandesgericht Düsseldorf ab.

Seinen beruflichen Weg fand er jedoch beim Rundfunk. Eine wichtige Rolle spielte der WDR-Sportreporter Kurt Brumme, der ihn Anfang der 1960er-Jahre für die Sportberichterstattung gewann. Faßbender arbeitete anschließend im WDR-Hörfunk und berichtete unter anderem über die Fußball-Bundesliga.

Die Radioarbeit verlangte eine besondere Art des Erzählens. Die Zuhörer konnten den Ball und die Spieler nicht sehen. Der Reporter musste deshalb schnell erklären, was auf dem Platz geschah. Faßbenders markante Stimme wurde dabei zu seinem Erkennungszeichen.

Seine Arbeit blieb nicht auf Fußball beschränkt. Er moderierte auch „Spiel ohne Grenzen“ und übernahm später die Leitung des WDR-Studios Düsseldorf. Diese Stationen zeigen, wie breit seine Laufbahn vor der Zeit als Sportchef bereits war.

Welche Aufgaben hatte er bei Sportschau und WDR?

Faßbender war Moderator, Live-Kommentator und redaktioneller Leiter. Als Moderator führte er durch Sendungen. Als Kommentator beschrieb er das laufende Sportgeschehen. Als Sportchef verantwortete er die Arbeit einer ganzen Redaktion.

1982 übernahm er die Leitung des WDR-Fernsehsports von Ernst Huberty. Damit war er auch für die ARD-Sportschau verantwortlich. Später wurde Steffen Simon sein Nachfolger.

Die wichtigsten Stationen lassen sich so einordnen:

ZeitpunktStation
Anfang der 1960er-JahreEinstieg in die Sportberichterstattung beim WDR-Hörfunk
1979–1982Leitung des Düsseldorfer WDR-Funkhauses
1982Übernahme der Leitung des WDR-Fernsehsports
2004Abschied vom TV-Mikrofon bei der Olympia-Schlussfeier in Athen
2006ARD-Teamchef bei der Fußball-WM; anschließend Pensionierung beim WDR

Auch hinter den Kulissen hinterließ er Spuren. In seiner Redaktion arbeiteten unter anderem Reinhold Beckmann, Claus Lufen und Tom Bartels. Sein früherer Kollege Johannes Krause beschrieb ihn 2021 in einem Rückblick des Sportjournalistenverbands als einen Chef, der klare Kritik äußerte, seinen Mitarbeitern aber auch Freiraum gab.

Ein Beispiel für die Weiterentwicklung der Sportschau war Anne Will: Faßbender holte sie 1999 als erste Frau in die Moderation der Sendung.

Welche großen Fußballspiele kommentierte er?

Zu seinen bekanntesten Einsätzen gehören die WM-Endspiele 1974 und 1978 im Hörfunk sowie das WM-Finale 1998 im Fernsehen. Das Finale 1974 kommentierte er gemeinsam mit Oskar Klose.

Diese Unterscheidung zwischen Radio und Fernsehen ist wichtig. Bei einem großen Spiel können mehrere Reporter für unterschiedliche Übertragungen zuständig sein. Wer nach der Stimme eines bestimmten WM-Finales sucht, sollte deshalb auch das Medium beachten.

In Erinnerung blieb außerdem seine Fernsehreportage vom Spiel Deutschland gegen die Niederlande bei der Weltmeisterschaft 1990. Die Begegnung wurde durch den Konflikt zwischen Frank Rijkaard und Rudi Völler besonders aufgeladen. Faßbenders Kommentar machte seine emotionale Beteiligung deutlich.

Seine Berichterstattung umfasste auch Europameisterschaften und Olympische Spiele. Den Schlusspunkt seiner Tätigkeit am TV-Mikrofon setzte er 2004 mit der Schlussfeier der Olympischen Spiele in Athen. Für die Fußball-WM 2006 arbeitete er danach noch in einer leitenden Funktion.

Warum ist „Guten Abend allerseits“ so bekannt?

Die Begrüßung gehörte fest zu Faßbenders Auftritten. Oft wird sie auch verkürzt als „’n Abend allerseits“ wiedergegeben. Zusammen mit seiner Stimme wurde sie zu einem leicht erkennbaren Markenzeichen.

Wie lange dieser Gruß im Gedächtnis blieb, zeigte sich im Mai 2025. Bei seiner damaligen Vorstellung als Trainer von Bayer Leverkusen verwendete Erik ten Hag dieselben Worte. Auf Nachfrage machte er deutlich, dass er sich auf Heribert Faßbender bezog.

Faßbenders Stil war direkt und konnte sehr emotional werden. Beim Spiel Deutschland gegen die Niederlande 1990 war diese Nähe zur deutschen Mannschaft deutlich hörbar. Solche Aufnahmen zeigen auch, wie stark ein Kommentator die Erinnerung an ein Fußballspiel mitprägen kann.

Was machte Heribert Fassbender nach seiner Pensionierung?

Nach seinem Abschied vom WDR 2006 blieb Faßbender dem Sport verbunden. Dazu gehörten Aufgaben in Verbänden und bei Bayer 04 Leverkusen.

Der Verein hielt in einem Rückblick von 2021 fest, dass Faßbender ab 2007 acht Jahre dem Gesellschafterausschuss angehörte. Das war eine Funktion in einem Gremium der Fußballgesellschaft. Sie ist als frühere Tätigkeit einzuordnen.

Auch im Verband Westdeutscher Sportjournalisten übernahm er Verantwortung. Das Präsidentenamt gab er 2016 ab. Der Verband würdigte ihn später als Ehrenpräsidenten.

Über seine Verbindung zum Fußball gibt es auch jüngere Berichte: Eine dpa-Meldung vom 27. Mai 2025 beschrieb ihn als regelmäßigen Gast bei den Heimspielen von Bayer Leverkusen. Damit ist seine anhaltende Nähe zum Verein dokumentiert. Daraus folgt jedoch keine aktuelle berufliche Aufgabe beim Klub.

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Was ist über seine Ehe und sein Privatleben bekannt?

Heribert Faßbenders Ehefrau heißt Uta. Gemeinsame öffentliche Auftritte sind durch Pressefotos dokumentiert, etwa beim Steiger Award 2018. Sein Privatleben steht in der Berichterstattung jedoch deutlich weniger im Mittelpunkt als seine berufliche Laufbahn.

Ein Porträt von 2021 beschrieb Golf und den Kontakt zu früheren Weggefährten als Beschäftigungen nach dem Berufsleben. Solche Angaben geben einen zeitlich begrenzten Einblick; sie sind keine vollständige Beschreibung seines heutigen Alltags.

Für sein öffentliches Porträt sind vor allem die belegten beruflichen Leistungen aussagekräftig: die Radioarbeit, große Live-Übertragungen und die lange Verantwortung für den WDR-Fernsehsport.

Häufige Fragen zu Heribert Fassbender

Wie alt ist Heribert Fassbender?

Er wurde am 30. Mai 1941 geboren und ist am Recherchestand 22. September 2026 85 Jahre alt.

Schreibt man Fassbender oder Faßbender?

Der Sportjournalist wird in etablierten Medien überwiegend Heribert Faßbender geschrieben. Die Schreibweise Heribert Fassbender wird ebenfalls verwendet und meint dieselbe Person.

War Heribert Faßbender Fußballspieler?

Bekannt wurde er als Sportjournalist und Kommentator. Seine öffentliche Laufbahn war die Berichterstattung über den Sport, keine Karriere als Fußballprofi.

Wann ging er in den Ruhestand?

Beim WDR wurde er 2006 pensioniert. Seine Tätigkeit als TV-Live-Kommentator hatte er bereits 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen beendet.

Wie heißt seine Frau?

Seine Ehefrau heißt Uta Faßbender. Gemeinsame Auftritte bei öffentlichen Veranstaltungen sind dokumentiert.

Was verbindet ihn mit Bayer Leverkusen?

Er gehörte ab 2007 acht Jahre dem Gesellschafterausschuss an. Noch im Mai 2025 wurde über seine regelmäßigen Besuche bei Heimspielen berichtet.

Wer seine Art zu kommentieren kennenlernen möchte, kann nach historischen ARD- und WDR-Aufnahmen suchen. Besonders aufschlussreich ist der Vergleich zwischen einer Radioreportage und einem Fernsehkommentar: Er zeigt, wie unterschiedlich ein Spiel allein mit Worten oder zusammen mit Bildern erzählt wird.

Sabine Meyer
Sabine Meyerhttps://nachrichtenpress.de
Sabine Meyer lebt in Köln und begann ihre journalistische Arbeit über lokale Gemeinschaftsprojekte und unabhängige Online-Publikationen, wo sie zunächst über regionale Entwicklungen, das öffentliche Leben und gesellschaftliche Themen berichtete, bevor sie sich breiterer redaktioneller Arbeit zuwandte. Ihr Werdegang liegt zwischen klassischer Ausbildung und autodidaktischem Lernen: Sie bringt einen kommunikations- und sozialwissenschaftlich geprägten Hintergrund mit und hat sich Recherche, Interviewführung, Faktenprüfung und digitales Publizieren über die Jahre praktisch angeeignet, ohne eine klassische Laufbahn in einer großen Redaktion durchlaufen zu haben. Seit etwa 7 bis 9 Jahren schreibt sie über deutsches Zeitgeschehen, Gesellschaft, Verbraucherthemen, digitale Trends, regionale Entwicklungen, Bildung, Arbeit und alltägliche wirtschaftliche Fragen. Bei nachrichtenpress.de bringt sie diese breite Themenkenntnis mit einem sachlichen, gut recherchierten Blick auf aktuelle Nachrichten und deren Auswirkungen auf den Alltag der Menschen ein.
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